Sich etwas Gutes tun - Klösterreich
 

Sich etwas Gutes tun

Veröffentlicht von waltergrafik am

Fastengruppe-im-Kraeutergarten

Aus­zeit

Sich etwas Gutes tun

Im Cur­haus in Bad Mühl­la­cken bie­ten die Mari­en­schwes­tern vom Kar­mel Wohl­fühl- und Gesund­heits­ta­ge auf Basis der Tra­di­tio­nel­len Euro­päi­schen Medi­zin an.

In bei­gen Gum­mi­stie­feln, den dunk­len Habit etwas gerafft und mit einer blau­en Schür­ze geschützt steht Schwes­ter Johan­na im Beet und harkt die „Bei­kräu­ter“ – wie sie das Unkraut lie­be­voll nennt – „dann ist es nicht so schlimm“. An die 150 ver­schie­de­ne Pflänz­chen gedei­hen unter der behut­sa­men Pfle­ge der Mari­en­schwes­ter im Kräu­ter­gar­ten von Bad Mühl­la­cken. Spä­ter wer­den sie als Zutat in der Küche, als Tee-Auf­guss und bei äußer­li­chen Anwen­dun­gen ihre posi­ti­ve Wir­kung entfalten.

Im Mühl­vier­tel, knapp eine hal­be Stun­de Fahr­zeit von der geschäf­ti­gen ober­ös­ter­rei­chi­schen Lan­des­haupt­stadt Linz ent­fernt, wo ihr Mut­ter­haus steht, haben die Mari­en­schwes­tern vom Kar­mel ein Para­dies auf Erden geschaf­fen: eine Oase der Ruhe und Ein­kehr für alle, die sich eine Aus­zeit vom All­tag gön­nen und ihrem Kör­per etwas Gutes tun möch­ten. Im Cur­haus in Bad Mühl­la­cken kann man fas­ten, ent­gif­ten und ent­schla­cken oder ein­fach auch nur eine ent­spann­te Zeit ver­brin­gen, bei Well­ness und Wan­de­run­gen ent­schleu­ni­gen und ler­nen, sich bewusst zu ernähren.

Super­food – aus Tradition

Vor­sich­tig legt Schwes­ter Michae­la ihre Hän­de um den Tel­ler, in dem die kla­re Gemü­se­brü­he dampft und klei­ne Karot­ten- und Sel­le­rie­wür­fel mit der Peter­si­lie um die Wet­te tan­zen. „Wenn man acht­sam mit der Sup­pe ist, nimmt man sie ganz anders wahr, lässt sich mehr Zeit beim Essen und isst dadurch viel bewuss­ter“, erläu­tert die Gene­ral­obe­rin. Und wirk­lich, Löf­fel für Löf­fel ent­fal­tet die hei­ße Kost ihren Geschmack im Mund, wärmt, stärkt und gibt neue Ener­gie. Das­sel­be pas­siert beim Haupt­gang, der vom tra­di­tio­nel­len Menü gewählt wur­de: das zar­te gekoch­te Rind­fleisch erhält vom anre­gend schar­fen Sem­mel­kren einen Kick und die wür­zig-leich­ten Brat­kar­tof­feln run­den das Gan­ze per­fekt ab. Nach dem Mit­tags­mahl fühlt man sich woh­lig-satt, aber nicht beschwert und hat Power für den rest­li­chen Tag.

Seit nahe­zu 20 Jah­ren ist gesun­de Ernäh­rung ein wich­ti­ges The­ma in Bad Mühl­la­cken. Eli­sa­beth Rabe­der, die den Betrieb des Cur­hau­ses im Auf­trag der Mari­en­schwes­tern lei­tet, hat eine Lei­den­schaft für gutes und rich­ti­ges Essen und gibt die­se zusam­men mit ihrem Team an die Gäs­te wei­ter. „Die Men­schen sind heu­te oft von den gan­zen Infor­ma­tio­nen über­for­dert“, berich­tet die geprüf­te Fas­ten­lei­te­rin aus ihrer Erfah­rung. „Ein Diät-Rat­ge­ber folgt auf den ande­ren. Wir wol­len hier Hil­fe­stel­lung geben, wie man sich mit regio­na­len, sai­so­na­len und raf­fi­niert zube­rei­te­ten Spei­sen hoch­wer­tig ernäh­ren kann. In unse­rer Schau­kü­che zei­gen wir, wie man sich ganz ein­fach köst­li­che Gerich­te kochen kann, ohne auf indus­tri­ell vor­ge­fer­tig­te Kalo­rien­bom­ben zurück­zu­grei­fen, die kein Leben mehr in sich haben.“

Die wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge dazu lie­fert die Tra­di­tio­nel­le Euro­päi­sche Medi­zin, die in Bad Mühl­la­cken eines ihrer Zen­tren hat. Wäh­rend die chi­ne­si­sche Heil­kun­de und das indi­sche Ayur­ve­da heu­te im Trend sind, sagt TEM noch nicht so vie­len Men­schen etwas. Dabei hat die euro­päi­sche Vari­an­te eine sehr lan­ge und erfolg­rei­che Geschich­te, die bis zu Hip­po­kra­tes (ca. 460 bis 370 v. Chr.) zurück­geht. Hil­de­gard von Bin­gen und die Klos­ter­me­di­zin tru­gen zur Ent­wick­lung der Heil­kun­de in Euro­pa eben­so bei wie der Uni­ver­sal­ge­lehr­te Para­cel­sus (ca. 1493 bis 1541) und Pfar­rer Sebas­ti­an Kneipp im 19. Jahrhundert.

Wenn man acht­sam mit dem Essen ist, nimmt man es ganz anders wahr.

Im eige­nen Rhythmus

Wie bei den Chi­ne­sen und Indern steht der ganz­heit­li­che Ansatz auch bei der Tra­di­tio­nel­len Euro­päi­schen Medi­zin im Fokus, die die Schul­me­di­zin ergänzt. „Die fünf Säu­len, die Pfar­rer Kneipp pro­pa­gier­te, sind noch heu­te für die Gesund­heit des Men­schen wesent­lich“, erläu­tert Eli­sa­beth Rabe­der. Die­se sind: Was­ser, Ernäh­rung, Bewe­gung, Heil­pflan­zen und Lebens­ord­nung. „Der Mensch ist ein sehr rhyth­mi­sches Wesen, aber oft wird unser Rhyth­mus völ­lig aus dem Takt gebracht“, ver­deut­licht Schwes­ter Michae­la den Begriff Lebens­ord­nung. „Wir machen die Nacht zum Tag, het­zen von einem Ter­min zum nächs­ten. Dabei sind Ruhe­pha­sen enorm wichtig.“

Im Gegen­satz zu Well­ness­ho­tels und kon­ven­tio­nel­len Kur­häu­sern, geht man in Bad Mühl­la­cken einen Schritt wei­ter, in die Tie­fe und bezieht – anstatt eine Anwen­dung nach der ande­ren abzu­ha­ken – das Indi­vi­du­um und sei­nen jewei­li­gen Gemüts­zu­stand mit ein. „Wir mer­ken, dass es unse­re Gäs­te sehr schät­zen, wenn sich jemand Gedan­ken macht, was ihnen wirk­lich gut­tut“, so die Gene­ral­obe­rin. Die­ses Ein­ge­hen auf den Ein­zel­nen in Kom­bi­na­ti­on mit der über Jahr­hun­der­te bewähr­ten Klos­ter­me­di­zin machen einen Auf­ent­halt im Cur­haus im Mühl­vier­tel so einzigartig.

Natur-Oase und Kraft­platz: das Pesenbachtal.

Betritt man das direkt am Pesen­bach gele­ge­ne Gebäu­de, umhüllt einen unmit­tel­bar ein wohl­rie­chen­der Duft. Er stammt von den Bio-Heu­kis­sen, die früh­mor­gens für die Gäs­te auf­ge­dampft wer­den. Täg­lich frisch wer­den die Bio-Heu­blu­men in wei­ße Lei­nen­säck­chen gefüllt, erwärmt und als Wickel an den vom Arzt bestimm­ten Stel­len auf­ge­legt. „Eine Hand­voll unse­res Bio-Heus, das sind an die 50 bis 60 Pflan­zen, ent­hal­ten mehr als tau­send Wirk­stof­fe, die über Nase und Haut in den Kör­per gelan­gen und dort ihre Heil­wir­kung ent­fal­ten“, so Eli­sa­beth Rabe­der. Ähn­lich funk­tio­nie­ren auch die Kräu­ter­stem­pel, in denen sich die von Schwes­ter Johan­na geern­te­ten Heil­pflänz­chen befin­den. In war­mes Öl getaucht, wer­den sie für wohl­tu­en­de Mas­sa­gen eingesetzt.

Der Mensch ist ein rhyth­mi­sches Wesen, aber oft wird der Rhyth­mus aus dem Takt gebracht.

Schatz­kam­mer des Wissens

Ob Kräu­ter­bad, Güs­se, Wickel oder Mas­sa­gen, Gym­nas­tik oder Phy­sio­the­ra­pie – aus mehr als 140 ver­schie­de­nen Anwen­dun­gen wer­den nach einer ärzt­li­chen Unter­su­chung genau die aus­ge­wählt, die für den Ein­zel­nen ide­al sind. „Unse­re Mit­ar­bei­ter haben alles von den Schwes­tern gelernt, die ihre Erfah­rung und ihr Wis­sen wei­ter­ge­ge­ben haben“, betont die Lei­te­rin des Cur­hau­ses, des­sen Schreib­wei­se ganz bewusst an die Tra­di­ti­on anknüpft.

Kneipp-Wis­sen mit moder­nen Erkennt­nis­sen belebt.

Das Kneipp-Know-how der Mari­en­schwes­tern bei­spiels­wei­se basiert auf dem direk­ten Kon­takt von Schwes­ter Rapha­e­la zu dem Erfin­der der Hydro­the­ra­pie. Pfar­rer Kneipp heil­te das lebens­ge­fähr­lich erkrank­te Mäd­chen, das dar­auf­hin beschloss, die Metho­den des Natur­heil­kund­lers wei­te­ren Men­schen zugu­te kom­men zu las­sen. „Sie trat 1911 in unse­ren Orden ein und seit­dem pfle­gen wir sozu­sa­gen das Urknei­pen – belebt mit den heu­ti­gen medi­zi­ni­schen Erkennt­nis­sen und abge­stimmt auf die moder­nen Bedürf­nis­se“, berich­tet Schwes­ter Michae­la. „Übri­gens sind 80 Pro­zent der Kneipp-Anwen­dun­gen warm und nicht kalt. Pfar­rer Kneipp hat mit sei­ner ganz­heit­li­chen Gesund­heits­vor­sor­ge vie­les intui­tiv vor­weg­ge­nom­men, was spä­ter wis­sen­schaft­lich bewie­sen wurde.“

Natur-Oase

Das Ele­ment Was­ser spielt in Bad Mühl­la­cken eine Haupt­rol­le – frisch aus der Bru­n­o­quel­le kommt es zum gesun­den Trin­ken auf den Tisch und ver­sorgt die Gäs­te mit wert­vol­len Mine­ral­stof­fen wie Eisen und Man­gan. Im Cur­haus wird es für heil­sa­me Anwen­dun­gen genutzt und lädt in der Sau­na, im Dampf­bad und im Swim­ming­pool zur Ent­span­nung ein. Einen beson­ders reiz­vol­len Platz hat das Was­ser im Pesen­bach­tal geschaf­fen, das gleich hin­ter dem Gebäu­de der Mari­en­schwes­tern in eine fas­zi­nie­ren­de Welt ent­führt. Phan­tas­ti­sche Stein­for­ma­tio­nen, weich bemoos­te Fel­sen, Phä­no­me­ne wie die „Schwar­ze Klamm“ und der „Ker­zen­stein“, Quel­len, Tüm­pel und Stru­del­lö­cher – die natur­be­las­se­ne Wild­was­ser­land­schaft links und rechts des Pesen­bachs ist ein Natur­ju­wel, das sel­te­nen Tie­ren und Pflan­zen Lebens­raum und 23 geo­man­tisch nach­ge­wie­se­ne Kraft­plät­ze bie­tet. Wer hier spa­zie­ren geht, kommt durch das Plät­schern des Baches, den Duft des Wal­des und das Zwit­schern der Vögel ganz von allei­ne zur Ruhe. Im Anschluss an die Wan­de­rung locken ein Bad im Teich, der „Weg der Sin­ne“ im Bach und Kur­park oder ein Besuch im Kräu­ter­gar­ten, in dem man aller Wahr­schein­lich­keit nach Schwes­ter Johan­na über ein Beet gebeugt antrifft.

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