„Das Aben­teu­er gewagt“ - Klösterreich
 

„Das Aben­teu­er gewagt“

Veröffentlicht von waltergrafik am

IMG_2015

Per­sön­lich

„Das Aben­teu­er gewagt“

Beim expe­ri­men­tum monasti­cum im Stift Krems­müns­ter kön­nen jun­ge Män­ner in das Klos­ter­le­ben hin­ein­schnup­pern – man­che blei­ben für immer, wie Fra­ter Konrad.

Man trifft zwar die Ent­schei­dung, ins Klos­ter ein­zu­tre­ten, ein­mal, den­noch muss man sich immer wie­der neu ent­schei­den, wie man mit Gott lebt“, erzählt Fra­ter Kon­rad. Doch der Rei­he nach. 1994 auf einem Bau­ern­hof gebo­ren, erleb­te er mit sei­nem älte­ren Bru­der eine unbe­schwer­te Kind­heit. „Ich war ein nor­ma­ler Schü­ler, nach der land­wirt­schaft­li­chen Fach­schu­le mach­te ich noch eine Leh­re und arbei­te­te bei einem Ortho­pä­die­schuh­ma­cher“, erin­nert sich Fra­ter Kon­rad. „Wir waren ein klei­nes Team und es war ein sehr abwechs­lungs­rei­cher Job, der mir viel Freu­de bereitete.“
Im Eltern­haus wur­de der Glau­be gelebt, die Söh­ne waren Minis­tran­ten und fuh­ren regel­mä­ßig zu einem Gebets­abend, bei dem sie ande­re gläu­bi­ge Jugend­li­che tra­fen. „Es ist wie beim Sport, in der Gemein­schaft geht vie­les leich­ter.“ Trotz­dem dach­te der jun­ge Bur­sche nie dar­an, Pries­ter zu wer­den oder gar ins Klos­ter zu gehen. „Ich war der Mei­nung, das ist nichts für mich.“

Auf der Suche
Mit­te zwan­zig durch­leb­te er eine Umbruch­pha­se. „Ich über­leg­te, ob ich noch­mals etwas ande­res begin­nen soll­te – von zuhau­se aus­zie­hen, eine wei­te­re Aus­bil­dung, eine neue Stel­le suchen. Durch den Treff­punkt Bene­dikt, einem Ange­bot für Jugend­li­che im Stift Krems­müns­ter, hat­te ich von der Mög­lich­keit gehört, meh­re­re Mona­te als Aus­zeit im Klos­ter zu ver­brin­gen, einem frei­wil­li­gem Ordens­jahr. Dabei war mir der Klos­ter­all­tag damals noch eine völ­lig frem­de Welt.“ Die Gesprä­che mit der Fami­lie, Freun­den und Bekann­ten über das The­ma waren groß­teils posi­tiv, auch der dama­li­ge Chef stell­te eine Wie­der­ein­stel­lung in Aus­sicht. „Ich habe mich dann ein­fach auf das Aben­teu­er ein­ge­las­sen und neun Mona­te mit den Mön­chen mit­ge­lebt. Es war kei­ne leich­te Zeit, es gab eini­ge Aufs und Abs. Aber ich merk­te, dass mir das Klos­ter­le­ben gefiel, den­noch zwei­fel­te ich, ob ich nicht doch einen ganz ande­ren Weg wäh­len sollte.“

Fra­gen und Zweifel
Um sich Klar­heit zu ver­schaf­fen, zog sich der 25-Jäh­ri­ge zu Exer­zi­ti­en zurück. „Wäh­rend die­ser zehn Tage in der Stil­le ver­such­te ich, zu einer Ent­schei­dung zu fin­den. Frag­te mich, wo Gott mich in mei­nem Leben haben will, was für mich ein erfüll­tes Leben sein könn­te – im Klos­ter oder in der Ehe. Ich bin mit dem Exer­zi­ti­en­lei­ter alles durch­ge­gan­gen, mei­ne Zwei­fel und Über­le­gun­gen, es hat gut­ge­tan, aus­zu­spre­chen, was mich die ver­gan­ge­nen Mona­te beschäf­tig­te. Das Gan­ze war ein Pro­zess in mir. Zunächst habe ich das Klos­ter­le­ben weit weg­ge­scho­ben, aber irgend­wann merk­te ich, dass dies ein span­nen­der, ein erfül­len­der Weg sein kann. Ich frag­te mich, was muss ich neu zulas­sen? Was muss ich von mei­nem alten Leben los­las­sen? Irgend­wann wuss­te ich, dass es die­ser Weg ist, dass ich Gott mein Leben anver­traue. Im Nach­hin­ein hat sich das immer wie­der herauskristallisiert.“
Zurück im Klos­ter mel­de­te sich die inne­re Unru­he wie­der. „Alle Fra­gen und Gedan­ken kamen

Klösterreich
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von Ihnen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und helfen unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.