Schläg­ler Rät­sel lösen - Klösterreich
 

Schläg­ler Rät­sel lösen

Veröffentlicht von waltergrafik am

Genuss

Schläg­ler Rät­sel lösen

In zwei Escape Games tau­chen die Gäs­te tief in die Geschich­te des Stif­tes Schlägl ein und erle­ben packen­de Abenteuer.

Der Durch­gang in der Mau­er der Kryp­ta ist eng, eine grö­ße­re Öff­nung im Gestein, durch das ich mich zwän­ge. Ich höre es trop­fen, die Stei­ne füh­len sich kalt an, die Luft riecht mod­rig. Und alles ist dun­kel. Hat­te ich im Ermitt­lungs­kof­fer neben dem UV-Licht für Blut nicht auch eine Taschen­lam­pe gese­hen? „Leuch­tet mir mal hier rein, ich sehe nichts“, bit­te ich mei­ne Mit­spie­ler. Kur­ze Zeit spä­ter ein hel­ler Strei­fen. Der fla­ckern­de Licht­strahl fällt auf dunk­le Fel­sen. „Stopp, da ist etwas.“ Ein Blatt Papier steckt in einer Rit­ze, der nächs­te Hin­weis? Gemein­sam beu­gen wir uns über den Zet­tel, den ich aus sei­nem Ver­steck hol­te. „Ich glau­be, ich weiß, was gemeint ist, folgt mir“, meint Chris­ti­an und unse­re klei­ne Detek­tiv­run­de spa­ziert an einer Grup­pe vor­bei, die stau­nend in der goti­schen Kryp­ta steht und sich ihre Bedeu­tung erklä­ren lässt. Wir gelan­gen ins Freie.

Wir spie­len das Out­door Escape Game, das uns an vie­le Stel­len des Stif­tes Schlägl führt. „Plötz­lich trifft man Men­schen, die sonst nie ein Klos­ter besucht hät­ten und kommt mit­ein­an­der ins Gespräch“, freut sich Abt Lukas über die Spie­ler-Teams, die mit ihren Ermitt­lungs­kof­fern über das Stifts­ge­län­de strei­fen. Der Out­door-Fall basiert wie auch die Indoor-Ver­si­on auf wah­ren Bege­ben­hei­ten, die sich in der lan­gen Geschich­te des Prä­mons­tra­ten­ser-Chor­her­ren­stif­tes zuge­tra­gen haben. 

Kunst­raub im Kloster

Im Archiv hat Pri­or Petrus einen dicken Zei­tungs­sta­pel vor sich und erzählt den his­to­ri­schen Hin­ter­grund unse­rer Out­door-Jagd: „Anfang Febru­ar 1975 fand der bis dahin größ­te Kunst­raub in Öster­reich im Stift Schlägl statt. Eine Ban­de ver­schaff­te sich Zugang ins Stift und schnitt rund 90 Gemäl­de aus ihren Rah­men. Die­se ver­steck­ten sie in den Büschen im Gar­ten und flüch­te­ten mit ihrer wert­vol­len Beu­te. Man ent­deck­te den Raub nicht sofort, son­dern erst nach eini­ger Zeit, als man die lee­ren Bil­der­rah­men fand. Die Gale­rie war leer. Drei Wochen spä­ter wur­den die Gemäl­de in Wien wie­der­ge­fun­den, doch der Raub nie rich­tig auf­ge­klärt.“ Auf die­sen geschicht­li­chen Fak­ten basiert das Out­door-Spiel – Pri­vat­de­tek­ti­ve wer­den vom Abt beauf­tragt, den Kunst­raub zu lösen.

Im Gold­rausch

Auch die Indoor-Vari­an­te, die in vier abge­schlos­se­nen Räu­men in den Kel­ler­ge­wöl­ben des Stif­tes statt­fin­det, fußt auf der His­to­rie des Stif­tes. „Ich habe im Archiv die Auf­zeich­nun­gen des Apo­the­kers Fer­di­nand Stei­nin­ger gefun­den. Er leb­te bis 1715, wur­de nach sei­nem Tod post­hum in den Orden auf­ge­nom­men und beschäf­tig­te sich sehr mit der Her­stel­lung von Edel­stei­nen wie Rubi­nen“, erzählt Pri­or Petrus. „Das dürf­te funk­tio­niert haben, es gibt ja heu­te auch eine Art von Glas­kris­tal­len, doch ob das Gan­ze dem Stift zum Wohl­stand ver­hol­fen hat, bezweif­le ich, das Stift Schlägl war zu die­ser Zeit hoch ver­schul­det.“ Im Spiel wird die­ser Fakt auf­ge­grif­fen und das Team hat die Auf­ga­be, mit­hil­fe der Noti­zen des Apo­the­kers, das Rezept für Gold zu fin­den. In des­sen Labor, in sei­ner Biblio­thek und Ver­suchs­kü­che müs­sen vie­le kniff­li­ge Rät­sel gelöst wer­den, bis sich die­ser Wunsch erfüllt.

„Die Reso­nanz auf unse­re Escape Rooms ist sehr groß, wir waren viel in den Medi­en und sind deut­lich nach­ge­frag­ter als gedacht. Auch von den Leu­ten in der Umge­bung wur­den sie sehr posi­tiv ange­nom­men, Schu­le und Betrie­be nut­zen sie für Aus­flü­ge“, so Pri­or Petrus. „Als Stift ist unse­re Auf­ga­be nicht nur die Glau­bens­ver­kün­dung, son­dern auch die Pfle­ge von Kul­tur, Wirt­schaft und Wis­sen­schaft sowie der Bil­dung und des Sozia­len. Wir sind nicht eine geschlos­se­ne Gemein­schaft in Klau­sur und die Welt drau­ßen geht uns nichts an. Im Gegen­teil, wir sind ein offe­ner Ort und freu­en uns, wenn wir Men­schen eine nie­der­schwel­li­ge Mög­lich­keit bie­ten kön­nen, mit einem Stift in Kon­takt zu kommen.“

Als unse­re klei­ne Grup­pe nach Lösung aller Rät­sel durch den Stifts­hof geht, fällt mir die Inschrift 1618 C im Mau­er­werk neben der Kir­che auf. Ich grüb­le, noch ganz im Spiel­mo­dus, was es damit wohl auf sich haben mag, und den­ke an die Wor­te von Pri­or Petrus „in unse­rer Stifts­ge­schich­te gibt es noch eini­ge The­men, die sich für ein Escape Game eig­nen wür­den“ – ein Versprechen.

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