Para­dies für Kul­tur-Fans und Gourmets - Klösterreich
 

Para­dies für Kul­­tur-Fans und Gourmets

Veröffentlicht von waltergrafik am

Genuss

Para­dies für Kul­tur-Fans und Gourmets

Feins­te Wei­ne, köst­li­cher Käse und ein­zig­ar­ti­ge Kunst­schät­ze – wie im Him­mel füh­len sich Gäs­te, die Klos­ter Neu­stift in Süd­ti­rol auf einer exklu­si­ven Delu­xe-Füh­rung entdecken.

Abschlie­ßend genie­ßen Sie den CaRu­Blù, einen Blau­schim­mel­kä­se, der aus der fri­schen Milch der Kühe, die im Frei­en leben, her­ge­stellt wird. Man merkt das Aro­ma der Berg­kräu­ter. Die Rin­de des Käses ist über­zo­gen mit gerös­te­ten, in Rum getauch­ten und zer­klei­ner­ten Kakao­boh­nen. Der CaRu­Blù riecht etwas nach Leder, nach getrock­ne­ten Pil­zen und schmeckt süß­lich mit einer leicht pikan­ten Note. Dazu pro­bie­ren Sie den Mos­ca­to Rosa der Prae­po­si­tus Linie, sei­ne Far­be ist ein fun­keln­des Gra­nat­rot mit zie­gel­ro­ten Refle­xen, man riecht und schmeckt Rosen, Wald­erd­bee­ren, Zimt und Bit­ter­scho­ko­la­de – die per­fek­te Beglei­tung für den CaRu­Blù.“ Die Wor­te unse­res Gui­des Ari­an­na in den Ohren und den Geschmack des Käses und Wei­nes am Gau­men leh­ne ich mich zurück, schlie­ße die Augen und gebe mich ganz dem Genuss hin. Das Zusam­men­spiel, das sich aus dem Bis­sen CaRu­Blù und dem Schluck Prae­po­si­tus ergibt, ist unglaub­lich. Schmeckt der Käse für sich schon her­vor­ra­gend, ent­fal­tet sich gemein­sam mit dem Wein im Mund ein klei­nes Feu­er­werk an Aro­men. Ein Wow-Moment, der sich in der letz­ten hal­ben Stun­de bei unse­rer Ver­kos­tung immer wie­der ein­stell­te: beim Zie­gen­ca­mem­bert mit Grü­nem Velt­li­ner, beim Grau­kä­se mit Syl­va­ner, beim Bio-Berg­schnitt­kä­se mit Gewürz­tra­mi­ner und beim Alp­kä­se mit dem Pinot Noir.

Zum Abschluss der Delu­xe-Füh­rung durch das Klos­ter Neu­stift ver­kos­ten wir – umge­ben von Gemäl­den his­to­ri­scher Per­sön­lich­kei­ten – exqui­si­te Roh­milch­kä­se des Käse­af­fi­neurs Han­si Baum­gart­ner in Kom­bi­na­ti­on mit außer­ge­wöhn­li­chen Wei­nen aus dem Wein­kel­ler des Klos­ters und tau­chen kom­plett in eine Welt des Wohl­ge­schmacks und der Aro­men ein. Dabei war die vor­aus­ge­gan­ge­ne Zeit, in der uns Ari­an­na das Klos­ter und sei­ne Umge­bung zeig­te, und zu Ecken und Räum­lich­kei­ten brach­te, die Gäs­ten sonst ver­bor­gen blei­ben, bereits von Stau­nen und Genuss geprägt. 

„Auf unse­rer Delu­xe-Tour las­sen wir Sie die Essenz von Klos­ter Neu­stift ent­de­cken“, ver­sprach unser Gui­de zu Beginn und öff­ne­te die Tore zum Stifts­gar­ten, der zur Klau­sur gehört. Wo sonst die Augus­ti­ner-Chor­her­ren Ruhe und Erho­lung fin­den, spa­zier­ten wir an den Streu­obst­wie­sen vor­bei, auf denen alte Süd­ti­ro­ler Apfel­sor­ten gedei­hen, quer­ten den Kräu­ter­gar­ten mit sei­nen zahl­rei­chen Heil- und Gewürz­pflan­zen und erfreu­ten uns am baro­cken Zier­gar­ten, an den Gin­ko­bäu­men und am Mam­mut­baum, der 1870 gepflanzt wur­de. 

Wein-Genuss im Garten

Im Pavil­lon inmit­ten der Streu­obst­wie­se erwar­te­te uns der ers­te edle Trop­fen, der Inso­li­tus Minus. „Ein Som­mer­wein für war­me Tage. Die Inso­li­tus-Linie bie­tet Raum für Inno­va­tio­nen und Wei­ter­ent­wick­lung, hier expe­ri­men­tiert man ger­ne im Wein­gar­ten und in der Kel­le­rei, bei­spiels­wei­se mit Ton-Ampho­ren, einer Auf­be­wah­rungs­art, die bereits die Römer nutz­ten, oder mit der sanf­ten Redu­zie­rung des Alko­hol­ge­halts wie beim Minus.“ 

Ein Expe­ri­ment der ganz ande­ren Art, brach­te wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie in den Innen­räu­men des Klos­ters Erstaun­li­ches zuta­ge: im Vor­raum der Biblio­thek leg­te man unter sie­ben Schich­ten Putz zar­te Wand­ma­le­rei­en frei – das Chi­ne­si­sche Kabi­nett, das um 1780 ent­stand, als in Euro­pa fern­öst­li­ches Inte­ri­eur in Mode war.

Eben­falls aus der Roko­ko-Zeit stammt die Stifts­bi­blio­thek, die für sich gese­hen bereits ein Kunst­werk ist. Über zwei Eta­gen wer­den die Bän­de, die für die Aus­bil­dung der jun­gen Pries­ter und Ordens­brü­der genutzt wur­den, in einem präch­ti­gen Rah­men mit Ver­zie­run­gen in Weiß und Gold prä­sen­tiert. Sel­te­ne Schät­ze wie etwa ein 40 Kilo schwe­res Buch mit Mess­ge­sän­gen aus dem 15. Jahr­hun­dert fin­den sich in Glas­vi­tri­nen. „Neben die­sem Wiki­pe­dia von damals gab es auch einen famo­sen Gift­schrank, in dem eini­ge ‚ver­bo­te­ne‘ Wer­ke ver­wahrt wur­den“, ließ Ari­an­na die Ver­gan­gen­heit leben­dig werden.

Mit den Engeln auf Du und Du

58 Augen­paa­re aus der His­to­rie blick­ten auf uns in einer drei­ge­schos­si­gen Hal­le her­ab. Sämt­li­che Pröps­te des Klos­ters sind in die­sem der Öffent­lich­keit nicht zugäng­li­chen Raum auf Gemäl­den ver­ewigt – mit einem Attri­but, das auf eine Leis­tung oder Errun­gen­schaft wäh­rend der Amts­zeit des

jewei­li­gen Klos­ter­vor­ste­hers hin­weist. „Es gab einen Prä­la­ten, der eine sehr künst­le­ri­sche Bega­bung hat­te und mal­te“, so Ari­an­na, „das Bild, das ein Vinsch­gau­er Maler von ihm für die­se Gale­rie anfer­tig­te, gefiel ihm nicht und so griff er selbst zu Pin­sel und Far­be und schuf die­ses Selbst­bild­nis, auf dem er ver­schmitzt lächelt.“ 

Über die Hart­manns­ka­pel­le, die ein jun­ger Künst­ler über dem ver­mut­lich ehe­ma­li­gen Zim­mer des seli­gen Hart­mann, der das Klos­ter 1142 grün­de­te, schuf, um sich für die Mit­ge­stal­tung der Stifts­kir­che zu emp­feh­len, gelang­ten wir in eben die­se. Doch wir betra­ten die Basi­li­ka nicht wie gewohnt, wir gelang­ten unmit­tel­bar auf die West­em­po­re, auf der sich die Augus­ti­ner-Chor­her­ren in der war­men Jah­res­zeit zum Chor­ge­bet tref­fen. Das holz­ver­tä­fel­te Chor­ge­stühl und die bei­den präch­ti­gen Orgeln im Rücken, schweb­ten wir hoch über dem Kir­chen­schiff – ein ein­ma­li­ger Blick aus Engels­per­spek­ti­ve. „Die Stifts­kir­che ist ein Gesamt­kunst­werk, ent­stan­den aus der Ver­schmel­zung ver­schie­de­ner Kunst­gat­tun­gen. Alle Künst­ler haben hier zusam­men­ge­wirkt, man­che Bil­der gehen drei­di­men­sio­nal in den Stuck über, wie der Man­tel des Sol­da­ten dort. Die Fens­ter sind durch­sich­tig, um mög­lichst viel Licht ein­zu­las­sen, alles ist hell und aus­ge­strahlt, man schuf einen Vor­raum des Para­die­ses“, so unser Gui­de, wäh­rend wir zwi­schen den Engels­fi­gu­ren auf der Balus­tra­de die Aus­sicht bewun­der­ten. 365 Engel gibt es in der Kir­che, für jeden Tag einen.

Rari­tät in den Reben

Wie die­se himm­li­schen Geschöp­fe zur Basi­li­ka, gehö­ren die Wein­hän­ge zum Klos­ter, sie­ben Hekt­ar umschlie­ßen es sanft. Vor nahe­zu jeder Rei­he der Reben gedeiht ein Rosen­stock. Das edle Gewächs ist kei­ne rei­ne Deko­ra­ti­on, son­dern ein – sehr schön anzu­se­hen­des – Warn­sys­tem im Wein­gar­ten, das anzeigt, wenn Hand­lungs­be­darf in der Pfle­ge besteht. In die­ser male­ri­schen Kulis­se ver­kos­te­ten wir eine beson­de­re Rari­tät: einen Pinot Gri­gio von 2019 der Prae­po­si­tus Linie, des­sen Trau­ben in beson­de­ren Lagen rei­fen und sehr hoch­wer­ti­ge und lager­fä­hi­ge Wei­ne ent­ste­hen las­sen. „Er schmeckt nach Apfel, Bir­ne, Holz und Honig, nach war­men Aro­men, ist voll­mun­dig am Gau­men, nussig, rund und stammt aus unse­rem his­to­ri­schen Kel­ler, der zu den ältes­ten Kel­ler­ge­wöl­ben der Welt zählt.“ Kein Wun­der, wer­den doch im Klos­ter Neu­stift seit nahe­zu 900 Jah­ren Wei­ne pro­du­ziert. Lan­ge Zeit war Wein das sau­bers­te Getränk, das man zu sich neh­men konn­te, er galt als Lebens­mit­tel und war ein kost­ba­res Pro­dukt, mit dem man die Hand­wer­ker und die Lai­en, die im Klos­ter arbei­te­ten, bezahl­te. Sei­ne Bedeu­tung in frü­he­ren Zei­ten erkennt man auch an den Ein­gangs­tü­ren, die in die Kir­che und in den Kel­ler, der sich fast unter dem gesam­ten Klos­ter­are­al befin­det, füh­ren: sie sind bei­de nahe­zu gleich groß.

Mein Blick fällt wie­der auf die Glä­ser, die mit den groß­ar­ti­gen Wei­nen aus die­sem Kel­ler gefüllt sind, und mit dem jeweils pas­sen­den Käse per­fekt har­mo­nie­ren, und ich freue mich auf den genuss­vol­len Aus­klang die­ses ein­zig­ar­ti­gen Tages.

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