Die österreichische Klösterlandschaft ist ein Inbegriff für Kulturtouristen. Im Rückspiegel einer über 1000jährigen Geschichte Österreichs nehmen seine Stifte und Klöster eine überragende Stellung ein, neben geistigen und wirtschaftlichen auch als kulturelle Zentren. KLÖSTERREICH, die Vereinigung von 21 Klöstern und Stiften, die mit besonderen Angeboten ihre Pforten für Gäste öffnen, hat die vielschichtigen Angebote zusammengefasst. Die Themenwege "Kunstschätze", "Barock", "Bibliothek" und "Malerei" laden ein zum Besuch vom archäologischen Fundort Kloster bis hin zu den barocken Baujuwelen.
Die Benediktinerabtei Altenburg wird gerne als "Barockjuwel des Waldviertels" bezeichnet – hunderte von Engeln prägen das Bild. Die Geschichte kann aber bis zum 14. Jahrhundert zurück nachvollzogen werden. Als "Kloster unter dem Kloster" wird nach Ausgrabungen die mittelalterliche Klosteranlage gezeigt. In der Stiftskirche schuf Paul Troger sein größtes Fresko und verdiente sich so seinen Namen als "der Maler des Himmels".
Im Marmorsaal des Stiftes Geras kann man das Deckenfresko "Die wunderbare Brotvermehrung" von Troger bestaunen - das einzige Deckenfresko, das bis heute weder gereinigt noch restauriert werden mußte und somit nach Aussage der Fachleute die Farbenpracht unverfälscht wiedergibt. Die Ausstellung "Reiselust - Kunstgenuss" widmet sich der Barockkunst in Böhmen, Mähren und Österreich.
Das Stift Göttweig besticht durch die barocke Monumentalität der Bauwerke nach den Plänen des Baumeisters Lukas von Hildebrandt. Seit einigen Jahren ist auch der Originalentwurf Paul Trogers für das Deckenfresko der Kaiserstiege, ein Ölgemälde, das lange als verschollen galt, zu sehen. Das Museum im Kaisertrakt zeigt die Ausstellung "Unter der Führung des Evangeliums".
Das 1133 gegründete Stift Heiligenkreuz zählt zu den wenigen österreichischen Stiften, die noch weitgehend vollständige romanische und frühgotische Klosteranlagen aufweisen, welche mit barocken "Zubauten" erweitert und geschmückt wurden. Be-sondere Juwelen sind der romanisch-gotische Kreuzgang und die Glasmalereien in Grissailletechnik.
Die Stiftskirche Herzogenburg ist der bedeutendste Bau des österreichischen Spätbarock, erbaut von Franz Munggenast. Zur Ausstattung wurden die Künstler Daniel Gran, Bartholomeo Altomonte, J.J. Reßler und Martin Johann Schmidt herangezogen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts gehören auch die Stiftskirche in St. Andrä a. d. Traisen mit Fresken und Altarbildern von Troger und das von Prandtauer barockisierte Stift Dürnstein mit dem prachtvollen Turm von Matthias Steinl zum Stift Herzogenburg. Dieses Kloster bietet eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Niederösterreichs: gotische Tafelbilder, Altäre aus der Donauschule und barocke Kunstschätze wie Paramente, Gold- und Silberarbeiten werden gezeigt.
In Klosterneuburg sollte die gigantischste aller barocken Klosteranlagen entstehen, der "Österreichische Escorial". Ein Projekt Kaiser Karl VI., zugleich Kloster und Kaiserpalast. Die nahezu unveränderten Räume der nie vollendeten Residenz sind heute zu sehen. Das wichtigste Emailkunstwerk des Mittelalters ist der von Nikolaus von Verdun 1181 geschaffene Verduner Altar in der Leopoldskapelle.
Stift Kremsmünster ist eine der frühesten Klostergründungen in Österreich. Durch die Um- und Neubauten Carlones und Prandtauers im 17. und 18. Jhdt. zählt es heute zu den bedeutendsten barocken Klosteranlagen. Mit dem Tassilokelch bewahrt das Kloster eine wichtige Goldschmiedearbeit des 8. Jhdts.
Stift Lilienfeld gilt heute als größter, mittelalterlicher Klosterbau Österreichs, umschlossen von barocken Trakten. Der Kreuzgang mit 478 Marmorsäulen ist der größte Zisterzienserkreuzgang Österreichs. Das Stift hütet ein Siegel mit dem erstmals als rot-weiß-rot bezeugten Wappen Österreichs.
Stift Melk zählt zu den bedeutendsten Barockbauten Europas. Der Bau wurde 1702 von Jakob Prandtauer begonnen und erst nach dessen Tod von Munggenast vollendet. Bedeutende Künstler wie Rottmayr, Troger, Bergl und Beduzzi wirkten mit. Der Kaisertrakt beherbergt das Stiftsmuseum. Die Schatzkammer von Melk bewahrt unter anderem das sogenannte Tragaltärchen der Markgräfen Swanhilde auf.
Die Erzabtei Pannonhalma in Ungarn feierte 1996 ihr tausendjähriges Bestehen. Der gesamte Gebäudekomplex und die unmittelbare Umgebung wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Das Stift Raigern wurde von Johann Santini-Aichel barockisiert. Nicht nur Kirche sondern auch die Bibliothek und die Prälatur wurden umgebaut. Nacht dem Tod von Sintini wurden die Fresken von Johann Georg Etgens gemalt.
Das Stift Rein ist das älteste bestehende Zisterzienserkloster. Die ursprünglich romanische Basilika wurde bis zum Grund abgetragen und vom Grazer Hofbaumeister Johann Georg Stengg eine einschiffige spätbarocke Wandpfeilerkirche errichtet. Die Ausstellung "9 Jahrhunderte Baukultur" zeigt die Entwicklung des Stiftes bis zur Gegenwart. Das Altarbild stammt von Martin Johann Schmidt. Die Bibliothek umfasst 90.000 Bände.
Das Stift St. Florian stellt einen der architektonisch geschlossensten Baukomplexe des Barock dar. 1686 wurde nach Plänen von Carlo Antonio Carlone der Neubau begonnen, weiterführend bauten Jakob Prandtauer und Gotthard Hayberger. Einzigartig sind die Kaiserzimmer mit originaler Ausstattung. Die Bibliothek umfasst 140.000 Bände. Die Kunstsammlung beinhaltet überaus wertvolle Schätze. In der Bildergalerie werden neben barocken und gotischen Bildern auch Werke zeitgenössischer Künstler gezeigt.
Im frühbarocken Gebäude des Stiftes St. Lambrecht hat sich die Aufbruchszeit am Beginn des 17. Jahrhunderts manifestiert. Die Stiftskirche ist eine der größten gotischen Hallenkirchen der Steiermark und birgt auch Kostbarkeiten aus Gotik und Barock. Die volkskundliche Sammlung beherbergt einige der über 250 barocken Figuren der St. Lambrechter Krippe.
Das Kloster Seitenstetten ist eines der wenigen Barockstifte, das als zentraler Steigerungsbau fertiggestellt wurde. Baumeister waren Josef Munggenast und Gotthard Hayberger. Sehr reichhaltig ist die in der Barockzeit gegründete Stiftsgalerie mit über 1000 Exponaten von der Antike bis zur Gegenwart. Ein eigener Raum ist den 38 Werken des "Kremser Schmidt" gewidmet. Für die moderne Malerei sind unter anderen Berg, Lassnig, Wotruba, Pillhofer oder Kaiser vertreten.
Der gotische Bau der Abtei Tyniec in Polen wurde gänzlich im Barockstil umgebaut. In der Kirche wurden im 18. Jahrhundert barocke Altäre aus schwarzem Marmor gefertigt und mit einer für die Barockzeit typischen Kanzel in Form eines Fischerbotes ausgestattet.
In der Abtei Zirc in Ungarn widmeten sich 1699 schlesische Mönche dem Wiederaufbau der zerstörten Abtei. Aus den Resten des gotischen Baues errichteten sie prachtvolle barocke Gebäude, die seit der großen Restaurierung in den Jahren 1995 bis 2005 in neuem Glanz erstrahlen.
Die romanisch-gotische Klosteranlage in Zwettl wurde im 17. Jahrhundert mit barocken Bauteilen erweitert. Von der mittelalterlichen Klosteranlage sind Kreuzgang, Kapitelsaal und Necessarium erhalten geblieben. Die Stiftskirche weist eine reiche Barockeinrichtung auf, besonders die Egedacher-Orgel ist eine künstlerische Meisterleistung.
Die Themenwege "Kunstschätze", "Barock", "Bibliothek" und "Malerei" sind kostenlos erhältlich bei der Klösterreich-Geschäftsstelle: ITA, Hermann Paschinger, Prof. Kaserer Weg 333, A-3491 Straß, Tel. +43/(0)2735/5535-0, Fax DW –14, e-mail:
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